y
Suche
Kontakt
an image
BBZ "lebensart" e.V. Fachzentrum für geschlechtlich-sexuelle Identität

Beesener Straße 6
06110 Halle (Saale)

bbz@bbz-lebensart.de

Telefon: 0345-2023385

 

Okt 11, 2018

Beteiligung an Kampagne des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes

Am 10. Dezember 1948 verkündete die Generalversammlung der Vereinten Nationen die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte. Der erste Satz der Erklärung "Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren." sichert jedem Menschen weltweit gleiche Rechte und Freiheiten zu. Der Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen hat 2011 zudem ergänzend die Resolution "Menschenrechte, sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität" beschlossen.

Anlässlich des 70-jährigen Jubiläums der Menschenrechtserklärung führt der Paritätische Wohlfahrtsverband die Kampagne "Mensch du hast Recht" durch. In Kooperation mit der Regionalstelle Sachsen-Anhalt Süd des Paritätischen fand hierzu im BBZ "lebensart" e.V. während der CSD-Wochen eine Veranstaltung statt. Zudem beteiligt sich unser Verein auch an einer Kampagnen-Aktion des Paritätischen. Seit August weist ein Aufkleber am Schaufenster drauf hin: das BBZ "lebensart" e. V. ist ein "Ort für Menschenrechte". Foto: Paritätischer Sachsen-Anhalt

 

Jun 28, 2018

Ende Juni können wir nun etwas durchschnaufen: 66 Veranstaltungen vor allem an Schulen haben wir bislang 2018 durchgeführt. Das sind mehr als zum vergleichbaren Zeitraum des Vorjahres. Projekttage fanden an Schulen in Halle, Merseburg, Leuna, Hettstedt, Köthen und Bitterfeld statt, im April kamen vier 8. Klassen einer halleschen Sekundarschule ins BBZ "lebensart" e.V.

Gut nachgefragt sind auch unsere 90-Minuten-Workshops, die wir 2018 bislang in Halle, Gutenberg, Gröbers, Teutschenthal, Zöschen, Querfurt, Roitzsch, Wolfen und Magdeburg durchführten.

Einen Einblick in die Workshops gibt es hier.

 

Jun 26, 2018

Unser Mitarbeiter des Fachzentrums für geschlechtlich-sexuelle Identität, Ants Kiel (Dipl.-Päd.), bietet in Sachsen-Anhalt flexibel einsetzbare Vorträge an, die gern interaktiv gestaltet werden können. Technik (Beamer, Kabel, Laptop) wird komplett mitgebracht. Das Einsatzfeld der Vorträge ist breit: Für kleine und große Organisationen über Fachtage, Gliederungen von Parteien bis zu Einrichtungen der Altenhilfe.

Themen-Angebote sind:
- Geschlechtliche und sexuelle Vielfalt - Grundlagen, aktuelle Entwicklungen und gesellschaftspolitische Herausforderungen
- Geschlechtliche Vielfalt (Schwerpunkt: Inter- und Transgeschlechtlichkeit)
- Sexuelle Vielfalt (Schwerpunkt: Sexuelle Orientierung und nicht-heterosexuelle Lebensweisen)
- Bi- und Pansexualität - über das Begehren zwischen und jenseits der Pole Hetero- und Homosexualität
- Homosexualität und Gesellschaft in der DDR der 1970er und 1980er Jahre
- Queer-historischer Stadtrundgang durch Halle (DDR-Zeit bis zum CSD 1997)

Anfragen können über E-Mail (bildungsarbeit@bbz-lebensart.de) gestellt werden.

Jun 7, 2018

Sendung des Offenen Kanals Merseburg-Querfurt

Zum Internationalen Tag gegen Homo-, Inter- und Transphobie (IDAHIT) fanden nicht nur in Halle Veranstaltungen statt. Unser Mitarbeiter Ants Kiel (Dipl.-Päd.) nahm an einer Podiumsrunde beim Offenen Kanal Merseburg-Querfurt teil. Er gab Auskunft über die Situation nicht-heterosexueller sowie trans- und intergeschlechtlicher Menschen und gewährte einen Einblick in seine Arbeit als Fachberater und Bildungsarbeiter.

https://www.youtube.com/watch?v=CmmjpJrUEbE

 

Apr 17, 2018

Erzähl uns DEINE Geschichte - Einsendeschluss: 30.6.2018

"Dein Leben gehört dir. Du gestaltest es. Du erschaffst es …". Eleanor Roosevelt
Trotz der vielen Jahre harter Arbeit für die Gleichstellung von Frau und Mann bleibt immer noch der bittere Nachgeschmack, dass bei genauem Hinsehen eine tatsächliche und aufrichtige Chancengleichheit noch lange nicht gegeben ist. Besonders die sozialen Rahmenbedingungen, die sich in der Zuschreibung von typischen Rollenbildern zeigen, sowie deren Wahrnehmung und allen voran deren gesellschaftliche Wertung erschweren nicht nur die Chancengleichheit, sondern auch die individuelle Entwicklung von Mädchen/Frauen und Jungen/Männern.

Das BBZ "lebensart" e.V. will mit seinem Projekt „Passt nicht, gibt’s nicht … typisch Halle“ einen aktiven Beitrag zum Aufbrechen der gesellschaftlich hartnäckig verankerten Rollenstereotypen leisten. Wir wollen Mädchen und Jungen darin bestärken, ihnen helfen, unabhängig von gesellschaftlichen Erwartungen und Zuschreibungen zu selbstbestimmten und selbstbewussten Frauen und Männern heranzuwachsen. Das BBZ "lebensart" e.V. sieht hierin eine ganz grundlegende Aufgabe seiner Arbeit, denn dort, wo keine starren und sinnfreien Rollenbilder herrschen, wird auch die Ausgrenzung gegenüber Menschen die „aus der Rolle fallen“ hoffentlich zunehmend kleiner werden.

Sei auch DU ein Vorbild für andere und erzähl uns DEINE Geschichte.
Alle Informationen gibt es hier und auf Facebook.

 

Jan 18, 2018

Leider mussten wir aufgrund des Sturms unseren für heute geplanten Neujahrsempfang absagen, zudem sich viele Unterstützer*innen sowie Menschen aus Politik und Zivilgesellschaft angemeldet hatten. Wir sagen DANKE für die vielfältige Unterstützung unserer Arbeit und bauen auch in diesem Jahr darauf.

Rechtliche Fortschritte in der Gleichstellung wie die Öffnung der Ehe für alle oder die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes zur Einführung eines Geschlechtseintrages für intergeschlechtliche Menschen bedeuten längst nicht das Ende von Homo-, Trans- und Interphobie sowie von Diskriminierung. Dies bestätigen sowohl aktuelle Studien wie auch die Erfahrungen aus der alltäglichen Praxis.

2017 war für das BBZ "lebensart" e. V. und sein Fachzentrum trotz enger personeller Kapazitäten ein erfolgreiches Jahr im Engagement gegen Diskriminierung, für die Akzeptanzförderung und Stärkung des Selbstbewusstseins von LSBTI.

Bilanz 2017 und Ausblick 2018 hier

 

Dez 4, 2017

Die gesellschaftliche Diskussion über passende Anreden von Personen in Bezug auf die Vielfalt des biologischen, seelischen und sozialen Geschlechts hat mit dem Urteil des Bundesverfassungsgerichtes vom 10.10.2017 an Fahrt gewonnen. Da uns Anfragen dahingehend erreicht haben, möchten wir folgende Empfehlungen geben:

Bei intergeschlechtlichen Menschen von einem "dritten Geschlecht" zu sprechen, halten wir für schwierig, weil es bei ihnen sehr verschiedene Varianten und biologisch-körperlich gesehen mehr Unterschiede als Gemeinsamkeiten gibt. Dies trifft auf das Selbstverständnis von nicht-binären bzw. transgeschlechtlichen Menschen ebenso zu. Von daher würden wir eher den Begriff "weitere/andere Geschlechter" wählen.

Bei Anreden wie Mitarbeiter*innen oder Freund_innen sind die Vielfalt an geschlechtlichen Selbstverständnissen bereits berücksichtigt, ebenso wie in Geschlechter-neutralen Anreden wie Teilnehmende oder Ehrenamtliche.
Als Anrede in Briefen, E-Mails etc. schlagen wir vor:
- Sehr geehrte/r Vorname Nachname!
- Sehr geehrte*r Vorname Nachname!
- Sehr geehrte_r Vorname Nachname!
- Sehr geehrte Menschen!
- Sehr geehrte alle!

- Guten Tag Vorname Nachname!

 

Nov 22, 2017

Weitere Option: genereller Verzicht auf offiziellen Geschlechtseintrag

Der Antrag von Vanja aus Niedersachsen (unterstützt durch die Initiative "Dritte Option. Für einen dritten Geschlechtseintrag") auf Einführung eines Eintrages "inter/divers" wurde nach der Ablehnung dreier Vorinstanzen vom Bundesverfassungsgericht am 10.10.2017 positiv entschieden. Der Bundestag muss bis 31.12.2018 eine Neuregelung des Personenstandsrechts herbeiführen. Der Gesetzgeber könne auf einen "standesrechtlichen Geschlechtseintrag generell verzichten" oder "stattdessen auch für die betroffenen Personen die Möglichkeit schaffen, eine weitere positive Bezeichnung eines Geschlechts zu wählen, das nicht männlich oder weiblich ist". Der Bundestag muss dabei nicht einen Begriff aus dem Verfahren wählen.

Beschluss des Bundesverfassungsgerichtes vom 10.10.2017

Beitrag von Stefan Schleim auf Spektrum.de

 

Nov 21, 2017

Zu unserem interdisziplinären Fachaustausch "Geschlechtlich-sexuelle Vielfalt - Update 2017" am 9.11.2017 konnten wir über 20 Personen aus verschiedenen Organisationen und interessierte Einzelpersonen im BBZ "lebensart" e.V. begrüßen. Wir möchten auch anderen Interessierten die Vorträge zugänglich machen und veröffentlichen hier jeweils die Präsentationen:

Vortrag Prof. Dr. Heinz-Jürgen Voß | Vortrag Simon Zobel

Vortrag Jonas Hamm | Vortrag Ants Kiel

 

Sep 6, 2017

Mit Bestürzung und Trauer haben wir vom Tod des Nestors der DDR-Schwulenbewegung und LSVD-Gründers, Eduard Stapel, erfahren. Nach Martin Pfarr und Klaus-Dieter Dehnert ist damit innerhalb kurzer Zeit eine weitere Person aus unserer Region von uns gegangen, die sich an zentraler Position für die Rechte und Akzeptanz von Homosexuellen in der DDR und später in ganz Deutschland engagiert hat. Der LSVD würdigt Eduard Stapel (von vielen auch "Eddi" genannt) in einem Nachruf.

In dankbarer Erinnerung bleiben uns zudem seine kritische aber immer konstruktiv-solidarische Begleitung des BBZ "lebensart" e.V. In seinem Heimat- und Wohnort Bismark (Altmark) führten wir erst vor einigen Wochen eine Fortbildung für Lehrkräfte der dortigen Grund- und Sekundarschule durch. Unsere Profilierung und Arbeit als Fachzentrum, verbunden mit einem gesellschaftspolitischen Anspruch und Wirken, fand in den letzten Jahren große Anerkennung bei Eddi Stapel.
Wir verneigen uns vor ihm und werden in seinem Sinne weiterarbeiten und uns engagieren. Foto: DER SONNTAG (Sachsen)

 

Jun 7, 2017

Die Nachfragen bei Veranstaltungen waren immer gleich: Wann gibt es endlich ein Kinderbuch, in dem sich zwei Prinzessinnen ineinander verlieben? Nun ist endlich das Pendant zum wundervollen Kinderbuch "König & König" erschienen - Barbara Müller/Ann-Kathrin Nikolov: Flora und der Honigkuss. Marta Press Verlag.

Darüber hinaus sind seit dem Jahr 2015 mehrere Kinderbücher erschienen.
Zu Intersexualität:
- Ursula Rosen: Jil ist anders. Salmo Verlag
Zu Transidentität:
- Rabea Jasmin Usling/Linette Weiß: Prinz_essin? Verler Chili-Verlag
- Jessica Walton: Teddy Tilly. Fischer Sauerländer Verlag.
- Cai Schmitz-Weicht/Ka Schmitz: Wie Lotta geboren wurde. Atelier Neundreiviertel
Zu gleichgeschlechtlicher Liebe und Regenbogenfamilien:
- Helene Düperthal: Mama + Mamusch: „Ich bin ein Herzenswunsch-Kind“. Lebensweichen-Verlag
- Cai Schmitz-Weicht/Ka Schmitz: Maxime will ein Geschwister. Atelier Neundreiviertel
- Ina Voigt Vogt/Jacky Gleich: Wie heiraten eigentlich Trockennasenaffen. kwasi Verlag
- Olivia Jones: Keine Angst in ANDERSRUM: Eine Geschichte vom anderen Ufer. Schwarzkopf & Schwarzkopf
Vielfalt umfassender:
- Michael Corda: Winsu - Das rosa Blütennilpferd. Books on Demand

Unsere Empfehlung (weitere Tipps: www.vielfalt-erfahrenswert.de) an Eltern und beruflich mit Kindern Arbeitende lautet: Informieren, kaufen und rein mit den neuen Büchern in die Kinderzimmer, Kindertagesstätten und Grundschulen. Das Ziel auch dieser Bücher ist, dass Vielfalt nicht als Bedrohung, sondern als Bereicherung erlebt wird. Niemand soll Angst haben, verschieden zu sein. Abwertung und Diskriminierung können so vorgebeugt werden.

 

Apr 28, 2017

In den letzten Jahren ist eine Vielzahl von Veröffentlichungen zu Transidentität und transgeschlechtlicher Menschen als Buch, Broschüre oder Film erscheinen. Diese können sowohl für trans*Menschen und Angehörige, für Fachkräfte und darüber hinaus am Thema Interessierte hilfreich sein. Wir möchten an dieser Stelle Broschüren empfehlen, die kostenfrei bei den Herausgebenden erhältlich und online zugänglich sind:
- vielbunt - queere Community Darmstadt e.V./AIDS-Hilfe Darmstadt e.V.: Trans*& Recht
- Deutsche Gesellschaft für Transidentität und Intersexualität dgti e.V.: Reformation für alle*. Transidentität/Transsexualität und Kirche

- Gerede e.V.: Trans* - Informationsbroschüre zum Thema Transidentitätfür Betroffene, Angehörige und Interessierte
- Jugendnetzwerk Lambda Bayern e.V.: Akzeptranz*. Arbeitshilfe für den Umgang mit transsexuellen Schüler*innen

 

Feb 28, 2017

Gutachten setzen Zeichen für Selbstbestimmung

Am 16. Februar 2017 nahm unser Mitarbeiter Ants Kiel auch am letzten und 4. Fachaustausch der Interministeriellen Arbeitsgruppe Inter- und Transsexualität in Berlin teil. Das Thema lautete "Geschlecht im Recht: gesetzliche Regelungsbedarfe zur Anerkennung und zum Schutz von geschlechtlicher Vielfalt". Dabei wurden zwei vom Bundesfamilienministerium beauftragte Rechtsgutachten vorgestellt und diskutiert.

Das von der Humboldt Universität zu Berlin erstellte Gutachten "Regelungs- und Reformbedarf für transgeschlechtliche Menschen" untersucht die Notwendigkeit, das inzwischen zu großen Teilen für verfassungswidrig erklärte Transsexuellengesetz zu reformieren beziehungsweise durch ein modernes Gesetz zu ersetzen. Das Gutachten evaluiert daher die Anwendung des Gesetzes in der Praxis, führt einen internationalen Rechtsvergleich durch und unterbreitet rechtliche Regelungsvorschläge.

Das vom Deutschen Institut für Menschenrechte (DIMR) erstellte Gutachten "Geschlechtervielfalt im Recht: Status Quo und Entwicklung von Regelungsmodellen zur Anerkennung und zum Schutz von Geschlechtervielfalt" evaluiert die Rechtsanwendung des im Personenstandsgesetz (§ 22 PStG) geregelten offenen Geschlechtseintrages: Kann ein Kind weder dem weiblichen noch dem männlichen Geschlecht zugeordnet werden, so ist der Personenstand ohne eine solche Angabe in das Geburtenregister einzutragen. Außerdem stellt das Gutachten im internationalen Rechtsvergleich die Frage, ob ein drittes festgelegtes Geschlecht im Personenstandsgesetz benötigt wird. Weiterhin werden Regelungsvorschläge zum Schutz und zur Anerkennung von Geschlechtervielfalt gemacht.

Beide Gutachten kommen zu dem Ergebnis, dass geltendes Recht für trans- und intergeschlechtliche Menschen nicht den aktuellen grund- und menschenrechtlichen Standards entspricht. Die Vorschläge sind so umfangreich, dass eine Zusammenfassung schwierig ist. Die Empfehlungen gehen in die Richtung entsprechender Gesetze in Malta, Argentinien bzw. nordeuropäischer Staaten.

 

Nov 1, 2016

Unser Gründungs- und Ehrenmitglied Klaus-Dieter Dehnert ist am 24. Oktober im Alter von 70 Jahren verstorben.

Sein unermüdliches Engagement in der DDR im Arbeitskreis Homosexualität bei der Ev. Stadtmission und später im BBZ "lebensart" werden wir nie vergessen.

Seine stets an der Sache orientierte, engagierte und warmherzige Art waren kennzeichnend für seine außergewöhnliche Persönlichkeit. Klaus-Dieter, auch KDD genannt, war jemand, der für andere da war und sich nie in den Vordergrund geschoben hat.

Am 27. November 2016 nahmen wir mit einer Gedenkfeier Abschied von Klaus-Dieter Dehnert.

 

Sep 15, 2016

Erklärung des BBZ "lebensart": Gut bis Ungenügend

Nachdem im Jahre 2012 neue Rahmenrichtlinien für die Sekundarschulen in Kraft traten, werden derzeit neue Fachlehrpläne in den Gymnasien von Sachsen-Anhalt erprobt. Diese sind ein zentraler Baustein der Unterrichtsvorbereitung und -durchführung sowie der Erarbeitung von Schulbüchern. Das BBZ "lebensart" e.V., Fachzentrum für geschlechtlich-sexuelle Identität, hat in den neuen Rahmenplänen recherchiert, inwieweit die Thematisierung der Vielfalt geschlechtlich-sexueller Identität erfolgt ist.
Die Ergebnisse der Recherche sind gut bis ungenügend. Positiv hervorzuheben ist der Lehrplan für Sozialkunde 10. Klasse. In anderen gibt es entweder keine Thematisierung oder Homosexualität wird abgekoppelt von Heterosexualität behandelt oder wie in Biologie zwischen Schwangerschaftsabbruch und sexuell übertragbaren Krankheiten platziert.

Stellungnahme | Rechercheergebnisse

 

Jul 5, 2016

In der Nacht zum 5. Juli 2016 wurde das BBZ "lebensart" e.V. durch einen Farbanschlag angegriffen und Fenster, Fassade sowie die Eingangstür mit schwarzer, klebriger Farbe besudelt. Es ist der massivste Angriff auf das Zentrum für Lesben, Schwule, Bisexuelle, trans- und intergeschlechtliche Menschen (LSBTI) sowie deren An- und Zugehörige seit Vereinsgründung im Jahr 1990.
Wir verurteilen den Angriff auf das Schärfste!

Selbstverständlich werden wir unsere Arbeit gegen Diskriminierung aufgrund der Geschlechtsidentität und sexuellen Orientierung und für die Akzeptanz verschiedener Lebensweisen im Bündnis mit anderen kontinuierlich fortsetzen. Unser Verein und das Fachzentrum bieten professionelle Beratungs- und Bildungsangebote für Sachsen-Anhalt und geben LSBTI und deren Zugehörigen einen geschützten Raum für Begegnung.

Der Vorstand und das Team des BBZ "lebensart" e. V. bedanken sich für die vielen aufmunternden Worte, die solidarische Anteilnahme und Angebote zur Unterstützung. Ein besonderer Dank geht an unseren Vermieter, der sich unverzüglich um die Beseitigung der Schäden gekümmert hat.

 

Jan 26, 2016

BBZ "lebensart" begrüßt trotz einiger Leerstellen das Programm

Nachdem der Landtag von Sachsen-Anhalt im Januar 2015 einstimmig beschlossen hatte, die Landesregierung aufzufordern, ein rahmengebendes Aktionsprogramm für Sachsen-Anhalt zu erarbeiten, hat das Kabinett kurz vor Weihnachten 2015 ein solches Programm beschlossen. Es trägt den Titel "Aktionsprogramm für die Akzeptanz von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transgendern, Transsexuellen und intergeschlechtlichen Menschen (LSBTTI) in Sachsen-Anhalt". Das Programm umfasst 70 Maßnahmen in den Handlungsfeldern "Bildung und Aufklärung", "Öffentlicher Dialog", "Gewalt und vorurteilsmotivierte Kriminalität" sowie "Gesetzliche Grundlagen".

Das Aktionsprogramm wird vom BBZ "lebensart" e.V. ausdrücklich begrüßt. Neben exzellenten Kurz-Analysen zu verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen enthält das Programm viele konkrete Maßnahmen, die Akzeptanz befördern und Diskriminierungen abbauen können.
Wir verweisen aber auch darauf, dass im Maßnahmenkatalog konkrete Aussagen u. a. zu Fortbildungsangeboten für Lehrkräfte, zu LSBTI-Schulaufklärungsprojekten sowie zur Profilierung und Förderung von LSBTI-Fachorganisationen fehlen. Wir fordern, dass das Programm finanziell untersetzt sowie die Umsetzung und Ergänzung zügig in Angriff genommen wird. Aktuell sollte z. B. der Fokus den in Überarbeitung befindlichen Fachlehrplänen für Gymnasien gelten. Leider finden sich im neuen Lehrplan für Deutsch kaum Literaturempfehlungen, bei denen LSBTI im Mittelpunkt stehen.

Link zum Aktionsprogramm

 

Jan 24, 2016

Eine Chronologie von den 1990er Jahren bis Mitte 2015

Dem Kabinettsbeschluss vom Dezember 2015 gingen seit Mitte der 1990er Jahre viele Aktivitäten in Sachsen-Anhalt voraus (zur Vorgeschichte und Handlungskatalog von 1999). Im Jahr 2011 fasste der Lesben- und Schwulenpolitische Runde Tisch Sachsen-Anhalt den Entschluss, einen Aktionsplan zu erarbeiten. Im darauf folgenden Jahr wurde ein Entwurf vorgelegt, der auf einer gut besuchten Fachkonferenz am 15. März 2013 in Magdeburg vorgestellt und diskutiert wurde. Nachdem einige Änderungen und Ergänzungen vorgenommen wurden, beschloss der Runde Tisch am 9. September 2013 einen "Gesamtgesellschaftlichen Aktionsplan für Akzeptanz von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Trans* und Inter* (LSBTI) und gegen Homo- und Transphobie in Sachsen-Anhalt".

Der Aktionsplan wurde an die Politik weitergeleitet. Die Landtagsfraktionen DIE LINKE und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN legten bereits im Mai 2013 einen gemeinsamen Antrag zur Implementierung und Umsetzung eines Aktionsplanes vor. Die Beratungen zogen sich aufgrund der unklaren Zuständigkeiten hin. Im Herbst 2014 erfolgte eine Klärung: zuständig für die Themenfelder sind nun das Ministerium für Justiz und Gleichstellung sowie der Landtagsausschuss für Recht, Verfassung und Gleichstellung. Eine Anhörung zum Antrag fand am 23.04.2014 statt, bei der auch unser Verein eine Stellungnahme vortrug.

Der Landtag von Sachsen-Anhalt hatte dann am 29. Januar 2015 einstimmig beschlossen, die Landesregierung aufzufordern, auf Grundlage des vom Lesben- und Schwulenpolitischen Runden Tisches erarbeiteten Aktionsplans ein sich auf alle Fachpolitiken des Landes beziehendes rahmengebendes Aktionsprogramm für Sachsen-Anhalt zu erarbeiten. Die angenommene Beschlussempfehlung findet sich hier: http://www.landtag.sachsen-anhalt.de/fileadmin/files/drs/wp6/drs/d3762vbe.pdf

Der Landtag konkretisierte damit einen entsprechenden Beschluss der Landesregierung vom Oktober 2014. Das Ministerium für Justiz und Gleichstellung des Landes Sachsen-Anhalt hat im Mai 2015 Katharina Scholz als Referentin mit dem Schwerpunkt der Erarbeitung und Umsetzung eines Aktionsprogrammes für Akzeptanz von LSBTI eingestellt.

 

Mai 12, 2015

BBZ "lebensart" sieht trotz Mängeln Fortschritte für Akzeptanzförderung

Im Schulverwaltungsblatt des Landes Sachsen-Anhalt Nr. 4/2015 vom 20.4.2015 wurde ein neuer Runderlass zur "Sexualerziehung an den allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen" (RdErl. des MK vom 15.4.2015 – 26-82113) veröffentlicht. Dazu erklärt das BBZ "lebensart" e. V., Fachzentrum für geschlechtlich-sexuelle Identität:
Nachdem seit dem Jahr 2009 der bislang gültige Runderlass aus 1996/1998 evaluiert und externer Sachverstand einbezogen wurde sowie die Herausgabe eines neuen Runderlasses für 2013 angekündigt war, ist die Veröffentlichung nun überfällig.
Stefan Fiebig vom Vorstand des BBZ "lebensart" e. V. stellt fest:
"Positiv zu bewerten ist die Hervorhebung der Zusammenarbeit der Schule mit dem familiären Umfeld der Kinder, die Thematisierung der Medien und die explizite Empfehlung der Einbeziehung schulexterner Expert*innen. Ambivalent ist der Abschnitt zur geschlechtlich-sexuelle Identität zu betrachten. Inter- und Transgeschlechtlichkeit im gleichen Atemzug wie Homosexualität und andere sexuelle Orientierungen zu nennen, ist inhaltlich falsch. Sie gehören in den Kontext von Geschlechtsentwicklung und -identität.
Außerdem wird anhand der Formulierungen im Runderlass deutlich, dass eine dichotome Geschlechterordnung postuliert wird. Es ist von "Schülerinnen und Schülern, Jungen und Mädchen" u.s.w. die Rede. Dabei werden Menschen, die biologisch und/oder psycho-sozial nicht eindeutig männlich oder weiblich sind oder sich nicht im dualen Geschlechtersystem verorten lassen wollen, völlig außer Acht gelassen."
Ants Kiel, Diplom-Pädagoge und Mitarbeiter des BBZ "lebensart" e. V. erklärt:
"Aspekte wie die Einbettung in einen weiten Gesundheitsbegriff, die Darstellung von Sexualität als eine positive Lebensenergie sowie das sexualpädagogische Spannungsfeld zwischen Selbstbestimmung und Verantwortung wurden ausgebaut. Die Überbetonung von AIDS im zweiten Kapitel und die fehlende Berücksichtigung aktueller Entwicklungen zu HIV/STI sowie der Entschluss, kein eigenständiges Kapitel zu geschlechtlich-sexueller Identität zu verfassen, sind fragwürdig. Die Aussagen zu Geschlecht, Geschlechtsidentität und sexueller Orientierung bedeuten trotz Mängeln einen Fortschritt. Der Runderlass bietet eine Rahmenvorgabe, die Vielfalt geschlechtlich-sexueller Identitäten altersgerecht in verschiedenen Unterrichtsfächern zu behandeln, um Diskriminierungen vorzubeugen und abzubauen sowie Akzeptanz zu fördern."
Aktuelle Studien sowie unsere Erfahrungen belegen, dass sich Schulen mit den von uns angebotenen Kernthemen schwer tun - sei es aus Überforderung, Unsicherheit oder mangelnder Kompetenz. Der überarbeitete Runderlass bietet eine brauchbare Grundlage, Homo-, Trans-und Interphobie abzubauen sowie qualifizierte Angebote freier Träger in Schulklassen und die Aus- und Fortbildung von Lehrkräften einzubeziehen.
Mit der Bildungsarbeit verfügt das BBZ "lebensart" über attraktive externe Angebote für Schüler*innen und Lehrkräfte in Sachsen-Anhalt, welche fachliche Kompetenz, Qualitätsstandards, Authentizität und ständige Evaluation in sich vereinen.

 

Feb 13, 2014

Homosexualität: natürliche Orientierung, die keiner Therapie bedarf

Zum einem Zeitpunkt, wo über die Kontoverse zum Bildungsplan in Baden-Württemberg Vorurteile und Ressentiments gegenüber geschlechtlich-sexueller Vielfalt öffentlich Raum greifen, in der durch einen Verein in Sachsen-Anhalt Angebote zur "Heilung" von Homosexualität gemacht werden und in der in Russland nicht-heterosexuelle Lebensweisen offiziell verpönt und geahndet werden, ist eine Stellungnahme des Weltärztebundes von einiger Bedeutung.

Im Deutschen Ärzteblatt Ausgabe 2014, 111(6) gibt die Oberärztin an der Charité Berlin, Dr. med. Lieselotte Mahler (Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, Vorsitzende des DGPPN-Referats "Sexuelle Orientierung in Psychiatrie und Psychotherapie") erläuternde Ausführungen zur der auf der Generalversammlung im Oktober 2013 verabschiedeten Stellungnahme, die eine ärztlich-ethische Richtlinie darstellt.

Die zentrale und eindeutige Aussage lautet: Homosexualität gehört zur natürlichen sexuellen Orientierung und bedarf keiner Therapie.
Zudem wird aufgezeigt, dass direkte und indirekte Diskriminierung und Stigmatisierung von Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung häufige Ursachen für psychische und physische Erkrankungen sind. Weiterhin lehnten die Delegierten des Weltärztebundes sogenannte Reparations- oder Konversionstherapien, also "Therapien", die ein heterosexuelles oder asexuelles Verhalten zum Ziel haben, strikt ab. Diese seien nicht nur unwirksam und unethisch, sondern hätten gravierende Negativfolgen für die Gesundheit.

Der Artikel von Frau Dr. Mahler und ein Link zur Stellungnahme findet sich hier:
http://www.aerzteblatt.de/archiv/153986/Sexuelle-Orientierung-Variationsvielfalt-jenseits-der-Pathologie